Es hat uns wieder gepackt

Es ist Zeit, sich auf ein weiteres aufregendes Winterabenteuer vorzubereiten! Nach den aufregenden Erlebnissen im letzten Winter haben wir beschlossen, noch einen Schritt weiter zu gehen und uns erneut in den hohen Norden zu wagen. Skjervøy, eine vorgelagerte Insel vor der Küste von Tromsø, ist dieses Jahr unser Ziel. Wir hoffen, dass wir die vielen Heringe in den kühlen Gewässern nutzen können, um einige der majestätischen Meeresbewohner wie Orcas und Buckelwale zu beobachten, für die die Region bekannt ist. Begleite uns auf dieser aufregenden Reise in die Weiten des Polarkreises!

Der Start ist schwer

Es ist Weihnachten 2022, und Weihnachten muss ich zu Hause sein. Ich kann nirgendwo auf dieser Welt Weihnachten verbringen außer zu Hause. Warum das so ist? Keine Ahnung, aber mein Ich schreit danach. Nun haben wir aber Familie – Kinder und Enkel, die auch gerne ein paar Stunden mit uns verbringen wollen. Also musste ein Kompromiss her. Dieser sah folgendermaßen aus:

Wir feiern Heiligabend zu Hause und am ersten Feiertag geht es dann los mit unserer Tour – und die starten wir mit einem Umweg, um Kinder und Enkel zu besuchen. Das Gute daran: Die Hirschkeule und der Rotwein schmecken in einer größeren Runde immer besser, als wenn man nur allein oder zu zweit ist.

Da in Kürze das nächste Enkelkind erwartet wird, sind auch ein paar Vorbereitungen zu treffen. Da müssen Möbel gerückt werden sowie Spielzeug umgeräumt und verteilt werden: Hier noch ein Lämpchen anbauen und da eine Wickelkommode von „A“ nach „B“ schieben. Einen leckeren Weihnachtszopf wollen wir ja auch noch zusammen backen. 

Es gab daher jede Menge zu tun! Und so schaffen wir den Start in den Norden erst am 28.12. morgens um 10.00 Uhr. Unser ehrgeiziges Ziel für den ersten Reisetag war Örkeljunga in Schweden. Da wir keine Fähre benutzen wollen, ist es ein ambitioniertes Ziel, aber unter normalen Bedingungen ist es realisierbar. Die Betonung liegt auf „normalen Bedingungen“ – denn diese sind für den Dezember leider definitiv nicht gegeben…

Die erste Etappe – kürzer als gedacht

Wir fahren im strömenden Regen von Leipzig in Richtung dänische Grenze. Ja – durchweg im strömenden Regen, denn das Regengebiet, welches wir in Leipzig erwischt haben, zieht in den Norden und somit genau mit uns mit. Ein allzu treuer Reisebegleiter – wir werden es einfach nicht los!
Es gibt viele anstrengende Tätigkeiten, aber dieses Fahren im Halbdunklen und nur Regen mit Wind macht keinen Spaß und ist sehr eintönig. Dazu macht es müde – gerade dann, wenn man nicht so 100% fit ist nach den Feiertagen. Der schleppende Verkehr mit Staus und Umleitungen besorgt dann den Rest und wir schaffen es gerade so bis Flensburg. Dort werden die Augenlieder immer schwerer…

Wir haben sehr lange in Nordfriesland gewohnt und dort auch noch Freunde – warum so einen Abend also nicht nutzen, um alte Bekannte zu besuchen? Gesagt, getan: Telefonhörer in die Hand – ein Anruf – und ein freudiges Lachen überzeugen uns, einen Abstecher über Niebüll zu machen. Dort betreiben Hauke und Natalie den Friesenhof und wir beschließen, dort das letzte Mal gutbürgerliche deutsche Küche zu genießen – und ein Pils dazu.

Das Problem: Wenn man sich lange nicht sieht, gibt es viel zu erzählen und so wird es doch 05.00 Uhr bis wir ins Bett kommen. Das hat sich dann natürlich auch auf den kommenden Tag ausgewirkt…
Mein Vater sagte immer: Wer feiern kann, der kann auch früh aufstehen!

Nach einer launigen und feuchtfröhlichen Nacht geht es weiter!

Das mit dem frühen Aufstehen hat dieses Mal leider nicht so ganz geklappt – ist aber auch nicht schlimm. Denn schließlich bin ich ja auch deshalb Unternehmer geworden, damit ich mir meine Zeit selbst einteilen kann.
Jedenfalls haben wir uns dann gegen 14.00 Uhr aufgemacht. Das Ziel: Am gleichen Tag nach Schweden zu erreichen. Wir wollen ja am 31.12. Silvester in Namsos mit Stefan und Melanie feiern – also müssen wir jetzt „Strecke machen“.
Fahrzeug nochmal volltanken (ja, in Deutschland ist der Dieselpreis noch erträglich), alles kontrollieren und dann Tempomat rein mit dem Ziel mindestens Malmö.

Es bleibt trüb…

Die Fahrt unspektakulär – bei trübem Herbstwetter erreichen wir in den frühen Abendstunden zuerst den großen Belt und dann die Öresundbrücke. Beide Hochbrücken will ich gerne noch an diesem Tag passieren, denn für den kommenden Vormittag sind Windböen bis 25 m/s angesagt. Das ist dann mit so einer Schrankwand kein Vergnügen und auch nicht ungefährlich, denn wenn gute 6 Tonnen auf der Seite liegen, weil eine Böe das Teil umgeschubst hat, dann bekomme ich die mit Conny nicht wieder auf die Räder.
Hinter den Brücken dann Malmö und direkt weiter nach Göteburg, auch diese Stadt nehme ich lieber am Abend als in den Morgenstunden. Großstädte während der Rushhour sind nicht meine Stärke mit dem Wohnmobil.
Ok, wir sind ausgeschlafen sind ich denke: Die paar Meter gehen noch – vielleicht schaffen wir es ja doch noch bis an die norwegische Grenze?

Endlich in Norwegen

Und ja – wir schaffen es und gegen 0.00 Uhr passieren wir den norwegischen Grenzübergang. „Ohne besondere Vorkommnisse“ reisen wir nach Norwegen ein. Und das bisschen Glühwein, welches wir mehr mitgenommen haben, wird von keinem Zöllner gesucht. Glück gehabt…
Aber wo können wie jetzt schlafen? An der Hauptstraße zwischen Göteburg und Oslo? Das macht bei dem Verkehr eher wenig Spaß und bringt auch keine Ruhe, also müssen wir suchen. Währenddessen rückt Oslo immer näher und näher und näher. Der Entschluss ist schnell gefasst: Auch Oslo werde ich nachts passieren und nicht morgens im Berufs- und Wochenendverkehr vor dem Jahreswechsel.
Auch das packen wir – das hätte ich vorher ehrlich gesagt nicht gedacht. Aber wir haben ca. 1.000 km auf dem Tacho am Abend (oder besser morgens) und sind todmüde. Ein Feierabendbier noch und gegen 03.00 Uhr ins Bett.
Ende gut, alles gut: Wir haben alles aufgeholt, was wir einen Tag vorher nicht geschafft hatten, und jetzt spüren wir den kalten Boden Norwegens unter den Füßen!

Morgen früh geht es dann – hoffentlich in alter Frische – weiter.

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Über den Autor

die beiden Verrueckten

Thorsten Helbig

Thorsten Helbig ist bereits seit mehr als 20 Jahren Börsenhändler mit Leib und Seele. Außerdem liebt er es, die Welt mit seiner Frau und seinem Hund im Wohnmobil zu erkunden. Als Reisender Händler zeigt er, wie man unterwegs an der Börse Geld verdienen kann.

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